Rahmen, Knickgelenk, Rungen und Ladefläche – repariert dort, wo die Maschine steht. Mit der Wärmeführung, die hochfeste Stähle verlangen.
Ein Rückezug oder Harvester lässt sich nicht eben in die Werkstatt fahren. Der Abtransport aus dem Bestand kostet oft mehr als die Reparatur selbst – und dauert länger als das Schweißen. Mit eigenem Aggregat arbeite ich dort, wo die Maschine steht: auf der Rückegasse, am Polterplatz, im Hang.
Moderne Forstmaschinen sind in weiten Teilen aus hochfesten Feinkornbaustählen gebaut – häufig S690QL, an besonders belasteten Stellen auch S960QL. Diese Stähle verzeihen keine grobe Wärmeführung: zu kalt geschweißt härtet die Wärmeeinflusszone auf und reißt später kalt, zu heiß geschweißt verliert sie genau die Festigkeit, wegen der der Stahl verbaut wurde.
Deshalb wird vorher bestimmt, welcher Werkstoff vorliegt, und danach Zusatzwerkstoff, Vorwärmtemperatur und Streckenenergie festgelegt. Auf S690 und S960 wird mit Strichraupen gearbeitet statt gependelt, weil Pendeln die Streckenenergie vervielfacht. Mehr dazu auf der Seite zu den mobilen Schweißarbeiten.
Ein Riss am eingebauten Rahmen im November heißt: Einspannung plus Kälte plus Feuchtigkeit. Das sind gleich mehrere Zuschläge auf die Vorwärmtemperatur, und in der Forstpraxis ist genau das der Normalfall, nicht die Ausnahme. Bei Nässe wird die Schweißstelle abgedeckt und getrocknet, bevor gearbeitet wird – basische Elektroden ziehen Feuchtigkeit, und der Wasserstoff daraus landet später als Kaltriss in der Wärmeeinflusszone.
Kranbauteile: Am Kran und an anderen sicherheitsrelevanten tragenden Bauteilen wird nur mit Freigabe des Maschinenherstellers geschweißt. In der Forstpraxis wird das oft anders gehandhabt – ich sage Ihnen trotzdem offen, wenn eine Stelle in diesen Bereich fällt, damit Sie die Entscheidung bewusst treffen können.
Ein Foto des Risses per WhatsApp reicht meist, um Bauteil und Aufwand einzuschätzen.
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